St.-Barbara-Kirche Atzenhain
Zur Geschichte der St.-Barbara-Kirche zu Atzenhain
Die in Jahrhunderten mehrfach umgebaute Kirche wurde in der romanischen Zeit gebaut, das sieht man an den zwei Kämpfern links und rechts im unteren Bereich des Chorbogens. Erste Umbauarbeiten erfolgten im 14. Jahrhundert im gotischen Stil, davon zeugt noch heute die mächtige Mittelsäule im Kirchenschiff. Diese trägt den gotischen Dachreiter mit seinen vier Glocken.
Mitte der 1980er Jahre wurde die kleine Eingangshalle an den Westgiebel angebaut. In ihr befindet sich das von Erhardt Jakobus Klonk geschaffene St.-Barbara-Fenster. Michael Hartmann, ein Schüler und Nachfolger Klonks, schuf unter Verwendung originaler Fragmente der alten Fenster das Chorraumfenster hinter dem Altar sowie das kleine Erntedankfenster unter der Empore.
Neben dem Gebäude selbst zeugen das alte, frühgotische restaurierte Altarkreuz und die Barbaraglocke – die älteste Glocke der Gemeinde Mücke – von der frühen Entstehung der St.-Barbara-Kirche.
Die Kirche gehörte damals schon zum Kirchspiel Nieder-Ohmen, zu dem auch Klein-Lumda gehörte.
In der Atzenhainer Kirche wurden bereits zu damaliger Zeit an den wichtigen kirchlichen Feiertagen Gottesdienste abgehalten.
Im Inneren sind noch die Weihekreuze, das Sakramentshäuschen und weitere Nischen aus der Zeit vor der Reformation zu sehen.
Wegen des Bergbaus in der Gegend galt die Heilige Barbara schon in der vorreformatorischer Zeit als Schutzpatronin der Kirche in Atzenhain. Im Jahr 2021 wurde der Kirche anlässlich des Schutzpatrons der heiligen Barbara wieder ihr ursprünglicher Name St.-Barbara-Kirche verliehen. Ein Sandsteinrelief hinter dem Altar erinnert an die heilige Barbara.
Die Barbara-Glocke aus dem Jahre 1311 läutet jedes Jahr am 4. Dezember zu ihrem Gedenktag. Sie zeigt auch Pilgerzeichen, zum Beispiel das der Heiltumsweisung zu Aachen und das Volto Santo zu Lucca.
In der Kirche selbst gibt es ein paar interessante mittelalterliche und neuere Schmuckstücke, zum Beispiel die Emporenbrüstung mit den Fruchtmotiven oder die Rokoko-Kanzel.
Im Eingangsbereich findet man ein Stuckmedaillon mit einem Pelikan und seinen Jungen. Das steht für das Opfer Christi. Über der Kanzel ist eine Heilig-Geist-Taube zu sehen.
Der frühgotische Altarraum wird von einer Sternendecke gekrönt und zeigt in der Mitte das Symbol „Lamm Gottes“ im goldenen Strahlenkranz. Über dem Kanzelaufgang befindet sich dein Schlossstein mit dem Motiv „das Auge Gottes“.
Linksseitig am Altarsockel befindet sich ein Schlussstein, der mit einem Kreuz, den Symbolen A & Ω sowie der Jahreszahl 1311 verziert ist.
Die alte Barockorgel auf der Westempore wurde aufgrund ihres schlechten Zustands abgebaut und durch ein Harmonium ersetzt. Bis 1967 diente dieses Instrument zur Begleitung des Gemeindegesangs, dann wurde es durch die heutige Kirchenorgel ersetzt. Die Orgel mit Zimbelstern wurde 2019 im Stil der Kirche neu gestaltet.
Um die Kirche befand sich früher bis Anfang des 19. Jahrhunderts der Dorffriedhof, hier wurden auch Soldaten des Siebenjährigen Krieges bestattet. Von 2018 bis 2019 wurde die Kirche innen und außen renoviert und alte Wandmalereien im Inneren freigelegt. Der Kirchturm mit zwei Uhren und seinen sechs Spitzgiebeln wird von einem Turmkreuz mit vergoldetem Wetterhahn gekrönt. Im Zuge der Renovierung wurde auch die Außenanlage neu angelegt.
Das handgeschmiedete Pilgerkreuz wurde gespendet und bei einem Gottesdienst an Himmelfahrt 2025 seiner Bestimmung übergeben. Besondere Beachtung verdient die rekonstruierte Eingangstür mit den eisernen Beschlägen. Die sind den ursprünglichen Motiven aus der germanischen Mythologie nachempfunden.
Im untenstehenden Video nimmt Sie Pfarrer Nils Schellhaas mit durch die St.-Barbara-Kirche in Atzenhain.






















